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Gedanken zur Unternehmensnachfolge



  Gedanken zur Nachfolge

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Die Übergabe eines Betriebes an Kinder oder externen Käufer außerhalb der Familie ist sozial-psychologisch gesehen ein Abnabelungs- bzw. Loslösungsprozess, der ein relativ häufiger und vor allem notwendiger Prozess in der Gesellschaft ist.

Vergleichbare Abnabelungsprozesse geschehen, wenn die Kinder aus dem Haus gehen und Erwachsen werden, bei Scheidungen, wenn ein Amt an einen Anderen übergeben wird oder Ähnliches.

Experten sagen, dass der Abnabelungsprozess am besten gelingt, wenn bestehende Rituale vorhanden sind und vor allem, wenn diese schon lange mit Erfolg praktiziert werden!

Zum Beispiel wurde man bei ganz bestimmten Stammeskulturen in Afrika durch den so genannten Initiationsritus, d.h. eine Mutprobe oder ähnliches zu tun - zum Mann. Danach war der Lösungsprozess von den Eltern, ins-besondere von der Mutter gelungen. Es gab auch kein zurück mehr. Fehlende Initiationsriten in der westlichen Welt machen die Ablösung aus dem Elternhaus schwer und es gibt psychologische Theorien, die so weit gehen zu behaupten, dass die deshalb entstandenen psychischen Schäden bis hin zur Erscheinung von Abhängigkeits-prozessen: Drogen, Alkohol etc. gehen.

Ein anderes gut funktionierendes Abnabelungs-ritual ist die Verkündung des dynastischen Zustandes: „Der König ist tot, es lebe der König!“ Auf die publikumswirksame Verkündung an alle Untertanen, musste deshalb großer Wert gelegt werden, damit kein „falscher“ auf den Gedanken kam, er könnte sich Hoffnungen auf den Thron machen.

 

 

 

Noch in der Welt des 19. Jahrhunderts war die Übertragung eines Familienbetriebes eigentlich kein Problem, - wenn Erben, leibliche Kinder, Verwandte, manchmal auch adoptierte / an-genommene Kinder vorhanden waren.

Es war eine Selbstverständlichkeit und wurde überhaupt nicht diskutiert, dass der Sohn, z.B. der Älteste den Betrieb übernahm. Es war ganz genau geregelt, oft seit Jahrhunderten, ob z.B. immer der jüngste oder der älteste Sohn den Hof übernahm, was durch das Ritual eines Festes oder einfach durch Handschlag bekräftigt wurde.

Durch die fortschreitende Individualisierung der Gesellschaft – Söhne wollen nicht mehr automatisch den Betrieb des Vaters übernehmen, praktizieren ihre eigenen Lebensentwürfe etc. – ist die Übergabe eines Betriebes zur echten Aufgabe bzw. Problem geworden. Es handelt sich ja nicht einfach um den Verkauf einer Ware oder eines Produktes, sondern quasi um die Übergabe eines Teils von sich selber oder von der Familie.

Deshalb wird ein Unternehmer, der Abschied von seinem Betrieb nehmen möchte oder der Loslösungsprozess insgesamt schwer fallen, größere Probleme haben bzw. sehen, als jemand, dem das leicht gelingt und der gewissermaßen einen gewissen Erfahrungsschatz aufweisen kann.

© H.-J. Strieth /  H.-M. Gotjahn r.a.m / Sozialwissenschaftler

 

 

     
 
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