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  Juli 2015

  ÜBV - Veranstaltung im Haus des Handwerks Rotenburg / Wümme

Ein Leben im Hamsterrad - Unternehmer informieren sich im Haus des Handwerks

Zu einem Informationsabend zum Thema Burnout hat der „Überbetriebliche Verbund im Landkreis Rotenburg e.V.“ (ÜVB) Mittelständler aus der Region eingeladen. Im Verbund arbeiten Unternehmen zusammen, die innovatives Personalmanagement und zukunftsorientierte Arbeitsorganisation entwickeln.

In den Räumen der Kreishandwerkerschaft im „Haus des Handwerks“ in der Rotenburger Mühlenstrasse fanden sich zu diesem Vortrag zahlreiche interessierte Selbständige ein. Um die Erkrankung, die zur Zeit in aller Munde ist etwas verständlicher darzustellen, übernahm die Referendarin Marion Schilcher, Business & Personal Development aus Kirchlinteln das Wort und erklärte mit verständlicher Beschreibung am Flipchart den Verlauf des Burnouts, der aber trotzdem bei jedem Menschen unterschiedlich verläuft.

http://www.rotenburger-rundschau.de/images/article/rr/nachrichten/lokales/landkreis-rotenburg/rotenburg-wuemme/13266237/341_008_2561059_SY_Rotenbu.jpg

Begrüßung der Teilnehmer durch den Vorstand / Referentin

So beschrieb die Referendarin den Burnout als spiralförmigen Prozess mit mehreren Stufen, in denen sich der Betroffene immer weiter von seinem sozialen Umfeld entfernt, sogar seinen Freundeskreis aufgibt. Ein Vorgang der schleichend, oft über Jahre andauert bis der Arbeitgeber die ersten Anzeichen erkennt und selbst dann sei es schwierig dem Erkrankten effektiv zu helfen, wenn dieser die Hilfe nicht annehmen will, erklärte Marion Schilcher. Ganz klar machte sie, dass die Bereitschaft Hilfe anzunehmen ganz klar von der Seite des Betroffenen kommen muss. Desweiteren sehe sie diejenigen am meisten gefährdet, die nicht darüber reden oder sogar die ersten Anzeichen ignorieren. Das Energiereservoir ist bei jedem Menschen individuell, die psychische Beanspruchung durch die negative Einschätzung der Kollegen lässt viele Arbeitnehmer über ihre Kräfte agieren, meist kommt noch die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes hinzu. Die Prioritäten verschwimmen, der Mitarbeiter fühlt sich im Hamsterrad, bürdet sich immer mehr Arbeit auf bis der Zusammenbruch unausweichlich ist. Wie Marion Schilcher feststellte: „Burnout ist nicht das Fehlen von Zeit, sondern von Kraft!“ In solch einem Fall kann ein Chef helfen, der sich seiner Fürsorge-pflicht gegenüber der Mitarbeiter bewusst ist und sich bereits Wissen um die Erkrankung angeeignet hat. Auch ein hinzugezogener Betriebsarzt kann weitere erste Schritte einleiten, um dem Erkrankten Wege aus der Spirale des Burnouts aufzuzeigen. Um die Teilnehmer aktiv an dieser Runde teilnehmen zu lassen, gab Schilcher Informationsmaterial aus, das während des Vortrages mit persönlichen Gedanken zum Thema ausgefüllt werden konnte. Präventiv soll jeder Arbeitgeber versuchen mit seinen Mitarbeitern im Dialog zu bleiben, das vier Augen Gespräch ist ein wichtiger Punkt um Vertrauen aufzubauen und weiter sensibilisiert zu sein für beginnende Veränderungen in der Persönlichkeit des Angestellten, auch ein gutes Betriebsklima trägt zur Prävention bei. Wie ein Teilnehmer bemerkte, sei die Frequenz der Kontakte in kleineren mittelständischen Betrieben erfahrungsgemäß höher als in Firmen mit einigen hundert Angestellten. Der Leistungsdruck werde immer höher und in manchen Betrieben sei das Zeitmanagement so straff bemessen, das Kontakte nur noch über den betriebsinternen E-Mail-Verkehr abgewickelt würden, berichtete er weiter. In der fehlenden Kommunikation mit den Angestellten sehe er das größte Problem. Eine kurze Diskussionsrunde beendete den informativen Abend, an dem die Teilnehmer neue Eindrücke zum schwierigen Thema Burnout bekommen konnten. So waren sich alle einig, dass es bei aller Sensibilität fast nicht möglich sei, im stressigen Arbeitsalltag den ständigen Blick auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu halten.

Quelle / Freigabe: Frauen & Wirtschaft (Veröffentlichung: Rotenburger Rundschau 12. Juli)

 

 
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